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AK Wohnen

Ansprechpartner: Christian Schechner

Kontakt: c.schechner@pro-ebersberg.de


Für bezahlbaren Wohnraum für Ebersberg: 

Jetzt und in Zukunft

 

Nach neueren Prognosen steht dem Landkreis Ebersberg ein großer Bevölkerungszuwachs bevor. Hier sind die Bodenpreise in den letzten Jahren auch explodiert, wenn auch bei weitem nicht so wie in anderen Regionen um München. Die Nähe zur Großstadt ist dabei Fluch und Segen zugleich. 

 

Das aktuelle Wohnungsbedarfsmodell des Institut der deutschen Wirtschaft belegt eindrucksvoll, dass viele Landkreiskommunen diese Entwicklung im Vorzimmer der prosperierenden Metropole München mindestens unterschätzt, wenn nicht vollkommen verschlafen haben.

 

Der laut Modell für den Landkreis Ebersberg ermittelte Wohnungsbedarf ist lediglich zu etwa  50 % gedeckt, denn von 1.089 (zusätzlich) benötigen Wohnungen sind gerade einmal 544 gebaut. Die für uns alle inzwischen spürbaren Folgen sind explodierende Immobilienpreise und Mieten bzw. ganz allgemein eine dramatisch knappe Verfügbarkeit des Grundbedarfsgutes Wohnraum. 

 

Während Gutverdiener mit dieser Entwicklung noch gerade so Schritt halten können, mangelt es der breiten Mittelschicht und den sozial Schwachen an bezahlbarem wie überhaupt verfügbarem Wohnraum.

 

Bezahlbarer Wohnraum bedeutet, dass Familien dauerhaft nicht mehr als ein Drittel ihres Haushaltseinkommens für den ihrer Lebenssituation angemessenen Wohnraum aufbringen müssen. 

 

Mittelfristig drohen immer mehr Ebersberger vom lokalen Wohnungsmarkt regelrecht ausgegrenzt zu werden, wenn hier nicht mit geeigneten Instrumenten entgegengewirkt wird.

Bisher angewandte Rezepte wie beispielsweise der Wohnungsbau nach dem Einheimischenmodell erweisen sich dabei als gänzlich ungeeignet, solange nur ein enger Kreis von Begünstigten in deren Genuss kommt, und flächensparende Wohnformen nicht gegenüber dem freistehenden Einzelhaus Vorrang haben. Einen anderen Teil des Wohnungsbaus dem freien Spiel der Kräfte des (Immobilien-)marktes zu überlassen, wäre angesichts der genannten Fehlentwicklungen desselben geradezu fahrlässig. 

 

Dagegen unstrittig und auch eines der Kernthemen von PRO EBERSBERG ist der Bereich sozialer Wohnungsbau, und zwar auch jenseits der üblichen wirtschafts- und sozialpolitischen Definition. 

 

Sozialer Wohnungsbau bedeutet für PRO EBERSBERG:

  • Ermöglichung erschwinglichen Wohnens für möglichst alle Bürger.
  • Ausgewogene finanzielle Förderung und Unterstützung wo notwendig.
  • Konsequente Unterbindung rein spekulativen Investments in Immobilien.
  • Förderung einer barrierearmen Stadt, senioren- und behindertengerechtes Planen und Bauen.
  • Schaffung bedarfsgerechter Wohn- und Betreuungsangebote für Senioren vor Ort (Grundsatz: „ambulant vor stationär“).
  • Förderung inklusiver und generationenübergreifender Projekte.
  • In den Mittelpunkt stellen von nachhaltigem, klimafreundlichem und ressourcenschonendem Bauen.
  • Konsequentes Ausschöpfen von Fördermitteln und -konzepten des Bundes.
  • Förderung und Ausweitung von genossenschaftlichem Wohnen.

Über die Förderung und Wiederbelebung des sozialen Wohnungsbaus hinaus gehört für PRO EBERSBERG zwingend aktive Liegenschaftspolitik zur kommunalen Wohnungspolitik von morgen. Darunter verstehen wir:

 

  • Strategische und vorausschauende Bodenvorratspolitik und vorhabenbezogener Zwischenerwerb (inkl. Zwischennutzung) zur langfristigen Sicherung von Baulandpotenzialen.
  • Vorausschauende und konsensorientierte Stadtentwicklungsplanung mit Augenmaß, wider dem unkontrollierten Flächenfraß.
  • Professionelles Immobilienmanagement durch Einführung einer Liegenschaftsabteilung in der Stadtverwaltung.
  • Einsatz liegenschaftspolitischer Instrumente zur gezielten Einflussnahme auf Grundstückspreise (z.B. Quoten für geförderten/preisgedämpften Wohnungsneubau, kooperative Baulandmodelle, marktgerechte Nutzung von Erbbaurechten).
  • Bereitstellung und ggf. preisreduzierte Abgabe von Grundstücken im Rahmen von Konzeptvergaben oder Vergaben unter besonderen Auflagen (soziale, ökologische und städtebauliche Kriterien, vgl. Projekt Dr.-Wintrich-Str.).  
  • Zielgruppenspezifische Ausweisung von Bauland mit Fokussierung auf gemischte urbane Quartiere und gemeinwohlorientierte oder inklusive Projekte unter besonderer Berücksichtigung von preiswertem Wohnraum in Miete und Eigentum für Familien und Senioren.
  • Ermittlung und Nachverdichtung von innerstädtischen Brachflächen und Baulücken unter Ausschöpfung aller wirtschaftlich sinnvollen und rechtlichen Möglichkeiten.
  • Ausschöpfung von Möglichkeiten zur Umwidmung (oder Flächentausch) von ehemaligen Gewerbeflächen im Stadtinneren zur wohnwirtschaftlichen Nutzung (z.B. Dürrmann/Dr. Mach, Floßmannstr.).
  • Bevorzugung von Geschoßwohnungsbau und Mehrfamilienhäusern im innerstädtischen Bereich.
  • Schaffung von Bedienstetenwohnungen / Mitarbeiterwohnungen für öffentliche und    kirchliche Arbeitgeber.
  • Bereitstellung von zusätzlichem und qualifiziertem Fachpersonal in der Stadtverwaltung (z.B. Regierungsbaumeister für Bauabteilung, Immobilienökonom für Liegenschaftsverwaltung)
  • Initiierung lokaler und regionaler/interkommunaler Bündnisse unter Einbeziehung aller relevanten lokalen Verbände und Wohnungsmarktakteure bei der Entwicklung liegenschaftspolitischer Strategien. 
  • Transparente Beteiligungsprozesse, um Bedenken in der Bevölkerung gegen Wohnungsbauprojekte zu begegnen und ein positives Neubauklima in der Stadtgesellschaft zu fördern.

Mit all den liegenschaftspolitischen Mitteln, die einer Kommune zur Verfügung stehen, wollen wir proaktiv und vorausschauend das Wohnen und Leben im Ebersberg von morgen gestalten.

Die Entwicklung von Bauland wollen wir mehr in „Dorfstrukturen“ denken, also ein besonderes Augenmerk auf die kleinräumliche Vernetztheit von Wohnflächen, Dienstleistungsangeboten (z.B. Ärzte, Kitas, etc.) und Gewerbe (Einzelhandel und Handwerk) legen.

 

Bei der Ausgestaltung der Wohnflächen bevorzugen wir gemischte Wohnquartiere mit größtmöglicher Flexibilität und Diversität. Divers im Sinne von Alter, Versorgungsbedarf, individuellem Wohlstand und auch der Nationalität seiner Bewohner.



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